Bad und Treppe sind die beiden Orte, an denen sich entscheidet, ob ein Haus lange bewohnbar bleibt. Wer hier früh plant, muss sich später nicht von einem Sturz überraschen lassen. Beide Maßnahmen lassen sich heute so gestalten, dass sie Sicherheit bieten, ohne das Zuhause in eine Pflegeeinrichtung zu verwandeln.

Die Maßnahmen im Überblick

Im Bad geht es um wenige, wirksame Eingriffe: eine ebenerdige Dusche mit rutschhemmendem Boden, Haltegriffe an den richtigen Stellen, ein höher gesetztes oder wandhängendes WC. An der Treppe kommt der Treppenlift ins Spiel, als Sitzlift an einer Schiene oder als Plattformlift für den Rollstuhl.

Maßnahmen mit Kostenrahmen und Förderung (Stand August 2026)
MaßnahmeKostenrahmenFörderung
Ebenerdige Dusche mit rutschhemmendem Bodenhängt stark von den baulichen Gegebenheiten ab, mehrere Angebote einholenPflegekasse bis 4.180 Euro, KfW-Kredit 159
Haltegriffe und Stützklappgriffevergleichsweise gering, je nach Ausführung und MontagePflegekasse bis 4.180 Euro je Maßnahme
WC-Erhöhung oder wandhängendes WCüberschaubar, je nach Modell und AnschlussPflegekasse, bei Toilettensitzerhöhungen teils als Hilfsmittel
Sitzlift an gerader Treppeab etwa 3.000 EuroPflegekasse bis 4.180 Euro, KfW-Kredit 159
Sitzlift über mehrere Etagen oder Plattformliftselten über 20.000 bis 30.000 EuroPflegekasse, KfW-Kredit 159

Die Kostenangaben zum Treppenlift stammen von der Stiftung Warentest: Einfache Sitzlifte für eine kurze, gerade Treppe gibt es ab etwa 3.000 Euro, und selbst über mehrere Etagen liegen die Kosten selten über 20.000 bis 30.000 Euro. Zum Vergleich: Ein Aufzug kostet schnell einen sechsstelligen Betrag [1]. Für die jährliche Wartung und kleinere Reparaturen sollten Sie laut Verbraucherzentralen etwa 200 bis 300 Euro einplanen [1].

Beim Badumbau nennen seriöse Quellen keine pauschalen Preise, weil die Kosten von Rohren, Gefälle und Untergrund abhängen. Deshalb gilt hier besonders: mehrere Angebote einholen und die einzelnen Positionen vergleichen, statt sich auf einen einzigen Richtwert zu verlassen.

Die Wahl des richtigen Lifts entscheidet sich an der Treppe. Eine gerade Treppe kommt mit einer einfachen Schiene aus, bei Kurven oder Wendeltreppen wird die Schiene individuell gebogen, was den Preis erhöht. Ein Plattformlift trägt einen Rollstuhl und braucht am Treppenende mehr Platz. Lassen Sie sich die unterschiedlichen Lösungen an Ihrer Treppe zeigen, denn für dasselbe Treppenhaus gibt es oft mehrere technische Wege [1].

Förderung: Pflegekasse und KfW

Die wichtigste Quelle für Badumbau und Treppenlift ist die Pflegekasse. Nach § 40 Abs. 4 SGB XI gewährt sie für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes bis zu 4.180 Euro je Vorhaben, wenn ein Pflegegrad vorliegt und die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht oder erleichtert [3]. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung, erhöht sich der Rahmen auf bis zu 16.720 Euro [2].

Beantragt wird formlos bei der Pflegekasse, mit dem Kostenvoranschlag und einer Beschreibung der Wohnsituation. Die Kasse muss binnen drei Wochen entscheiden, bei einer Begutachtung binnen fünf Wochen. Erst mit der schriftlichen Zusage sollten die Arbeiten beginnen [2].

Die KfW fördert barrierereduzierende Maßnahmen über den zinsgünstigen Kredit 159, der bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit bereitstellt. Der Zuschuss 455-B ist derzeit wegen ausgeschöpfter Bundesmittel nicht beantragbar; neue Anträge könnten laut KfW frühestens 2027 wieder möglich sein [4]. Die Förderhöhe bleibt im Merkblatt festgehalten: 10 Prozent der förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen, höchstens 2.500 Euro, und 12,5 Prozent für den Standard Altersgerechtes Haus, höchstens 6.250 Euro [5]. Ein Pflegegrad ist bei der KfW nicht erforderlich.

Sicherheit, die gut aussieht

Barrierefreie Technik muss nicht klinisch wirken. Eine bodengleiche Dusche mit großformatigen, rutschhemmenden Fliesen und einer klaren Glaswand wirkt eher wie ein bewusst gestaltetes Bad als wie ein Umbau. Haltegriffe in gebürstetem Metall oder mit Holzauflage fügen sich in die Einrichtung. Beim Treppenlift entscheidet die Farbe der Schiene: Ein Ton, der dem Treppenlauf oder der Wand entspricht, lässt das Gerät zurücktreten, statt es in den Mittelpunkt zu stellen.

Entscheidend ist, dass Sicherheit nicht versteckt wird, wo sie gebraucht wird. Ein Haltegriff gehört dorthin, wo Sie sich tatsächlich abstützen, und der Treppenlift muss sich bequem ein- und ausschalten lassen. Achten Sie bei der Probefahrt auf Laufgeräusche, denn viele Menschen unterschätzen, wie laut ein Lift sein kann [1]. Auch das Licht gehört zum Konzept: Ein Bewegungsmelder für den nächtlichen Weg ins Bad wirkt ruhiger als grelles Dauerlicht und beugt Stürzen vor. Ein Duschklappsitz lässt sich so wählen, dass er eingeklappt kaum auffällt.

Angebote vergleichen, Fehler vermeiden

Der Markt für Treppenlifte ist unübersichtlich, manche Anbieter drängen auf schnelle Abschlüsse. Eine klare Vorgehensweise schützt davor.

Angebotsvergleich für Treppenlift und Badumbau

  1. Beim ersten Termin nichts unterschreiben, auch keine angebliche Bestätigung des Besuchs.
  2. Mehrere Firmen zur kostenlosen Besichtigung einladen und schriftliche Angebote verlangen.
  3. Einen Pauschalpreis fordern, der später nicht überschritten werden darf.
  4. Identische Positionen der Angebote einzeln vergleichen, statt nur den Endpreis zu betrachten.
  5. Beim Treppenlift eine Probefahrt vereinbaren und auf Laufgeräusche und Einstieg achten.
  6. Prüfen, ob TÜV- und GS-Siegel sowie die CE-Kennzeichnung vorhanden sind.
  7. Einen Wartungsvertrag und eine Notrufnummer für Störfälle verlangen.
  8. Die Förderzusage der Pflegekasse abwarten, bevor die Arbeiten beginnen.

Wer diese Schritte einhält, bekommt Sicherheit, die hält, und ein Bad und eine Treppe, die zu dem Zuhause passen, in dem Sie leben möchten. Den größeren Rahmen, wie sich einzelne Maßnahmen zu einem durchdachten Umbau verbinden lassen, zeigt der Ratgeber Barrierefrei umbauen.